Wien – Der deutsche Molekularbiologe und Doping-Jäger Werner Franke glaubt, dass bei den Olympischen Spielen in Vancouver (12. bis 28. Februar) der Großteil der Topathleten in den Ausdauersportarten, wie etwa Langlauf, Biathlon und Eisschnelllauf, mit unerlaubten Substanzen nachhelfen wird. „Ich gehe davon aus, dass in den Ausdauerwettbewerben die Mehrzahl der Spitzenathleten gedopt ist“, zitierte die AFP ein Interview des Wissenschafters, der am Sonntag seinen 70. Geburtstag feiert.
Von der Anzahl von mehr als 2.000 geplanten Dopingtests bei den Winterspielen in Kanada solle man sich nicht täuschen lassen. „Das ist eine Farce. Wer dahin reist und erwischt wird, muss aus Doofmannshausen kommen. Es wird einfach zu unintelligent getestet“, betonte Franke.
Der Kampf gegen Doping werde nicht nachdrücklich genug geführt und deshalb sieht Franke für die Zukunft schwarz. „Ich bin nicht zuversichtlich. Die Beteiligten sind zu halbherzig. IGF1 (Anm.: Wachstumshormon) wird seit 20 Jahren genommen, aber es gibt immer noch keine Möglichkeit, es nachzuweisen“, führte Franke als Beispiel eine von mehreren nicht nachweisbaren Dopingsubstanzen an. (AFP, APA)